Pressemitteilung: Als Nadine Verhoeven, 44, über die vergangenen Monate spricht, beschreibt sie nicht nur ein einzelnes Symptom, sondern einen Zustand, der ihren ganzen Alltag bestimmt hat. Seit März 2025 ist sie ambulant in schmerztherapeutischer Behandlung, doch eine klare Diagnose bleibt lange aus, aber vor allem bleibt der Schmerz. Er sitzt im Bereich der Lendenwirbelsäule, der Hüfte, des Beckens und der Leiste und ist dauerhaft präsent.
Als sie sich Anfang 2026 an die Sektion Schmerzmedizin am Evangelischen Krankenhaus Dinslaken wendet, bekommt sie kurzfristig einen Platz. Zu Beginn bewertet sie ihre Schmerzen mit 8 von 10 auf der gängigen Schmerzskala, bei der 0 kein Schmerz bedeutet und 10 der stärkste vorstellbare Schmerz ist. Jeder Handgriff, jede Drehung im Bett, jede Treppe wird zur Herausforderung.
In der Schmerzmedizin erlebt Nadine Verhoeven keinen schnellen Trick, sondern eine Therapie, die bewusst aus mehreren Bausteinen besteht. Ziel ist es, Schritt für Schritt das zurückzugewinnen, was im Alltag verloren gegangen ist. Bewegung und Aktivierung spielen dabei eine zentrale Rolle, ebenso wie Entspannung und der Umgang mit Stress und Anspannung, die Schmerzen verstärken können. Nadine Verhoeven trainiert in der Gruppe, macht Zirkeltraining und gezielte Beckenübungen, bekommt Physiotherapie und psychotherapeutische Begleitung. Ergänzt wird die Behandlung durch Kunsttherapie und Entspannungsangebote wie Autogenes Training und Traumreisen. Auch Wärmebehandlungen, Massagen, Fango, Übungen mit dem Theraband sowie Verfahren wie Akupunktur und Schröpfen gehören dazu. Rückblickend hebt Nadine Verhoeven vor allem zwei Dinge hervor. Zum einen die klare Struktur der Therapie: „Es sind nicht nur einzelne Termine, sondern ein Konzept, das alles trägt.“ Zum anderen die Atmosphäre im Team: „Ich habe mich sehr wohl gefühlt. Das Team ist so herzlich, es fühlt sich nicht nach Krankenhaus an. Alle sind so gut gelaunt.“ Im Verlauf der Behandlung sinkt ihr Schmerzniveau. Am Ende liegt es bei 3 von 10 Punkten.
Begleitung, die den Unterschied macht
Eine wichtige Rolle spielen dabei die beiden Pain Nurses der Sektion Schmerzmedizin, Corinna Noy und Annika Trapphoff. Beide arbeiten seit vielen Jahren im Evangelischen Krankenhaus Dinslaken und haben den Aufbau der Schmerzmedizin am Standort mit begleitet. Als speziell qualifizierte Pflegeexpertinnen sind sie für viele Patientinnen und Patienten zentrale Ansprechpartnerinnen, gerade dann, wenn Fragen im Verlauf der Therapie entstehen oder Unsicherheiten auftreten. „Am Anfang wussten wir selbst noch nicht genau, was uns als Pain Nurse erwartet“, erzählen sie. „Wir haben uns Schritt für Schritt in diese Aufgabe hineingearbeitet.“ Heute sehen sie deutlich, wie wichtig ihre Rolle ist: „Es ist immer wieder schön zu sehen, welche Entwicklung die Patientinnen und Patienten machen und wie sich ihre Lebensqualität verbessert.“ Viele kommen mit starken chronischen Schmerzen und großer Verzweiflung. „Man merkt oft, wie sehr sie durch die Schmerzen belastet sind“, sagen die beiden. Im Verlauf der Therapie zeigen sich jedoch häufig deutliche Veränderungen: weniger Schmerz, bessere Stimmung, mehr Schlaf, mehr Beweglichkeit.
Auch das interprofessionelle Team empfinden sie als große Stärke. Verschiedene Fachbereiche arbeiten eng zusammen und entwickeln individuelle Behandlungskonzepte. Zudem profitiere das Team von der überschaubaren Struktur des Hauses. „Die Wege sind kurz, vieles ist vertraut und genau das spüren auch die Patientinnen und Patienten.“
Wie unterschiedlich Schmerzgeschichten sein können, zeigt auch Magdalene Jäger. Die Leidensgeschichte der 87-jährigen beginnt im Juni 2023 mit einer Gürtelrose. Als die akute Phase abklingt, bleiben Nervenschmerzen zurück. Sitzen oder Liegen wird für sie nahezu unmöglich, nur in Bewegung lassen die Schmerzen kurz nach. „Der Schmerz war jeden Tag da“, sagt sie rückblickend. „Man wird irgendwann mürbe.“ Auch sie entscheidet sich schließlich für eine Behandlung in der Schmerzmedizin des Evangelischen Krankenhauses Dinslaken. Auch bei ihr sinkt das Schmerzniveau im Verlauf der Behandlung deutlich.
Nadine Verhoeven und Magdalene Jäger haben zwei unterschiedliche Lebensgeschichten, doch ihre Erfahrungen führen zu einer ähnlichen Erkenntnis: Entscheidend ist ein Team, das zuhört, Therapie individuell gestaltet und Patientinnen und Patienten auf ihrem Weg begleitet. Für viele bedeutet das vor allem eines: mehr Lebensqualität trotz chronischer Schmerzen.
Über die Sektion Schmerzmedizin
Die Sektion Schmerzmedizin ist Teil der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin und besteht seit 2024 am Evangelischen Krankenhaus Dinslaken. Sie wird von Dr. med. Werner Moser geleitet. Die Sektion bietet eine spezialisierte Behandlung für Patientinnen und Patienten mit chronischen Schmerzen. Im Mittelpunkt steht die multimodale Schmerztherapie, bei der verschiedene medizinische, physiotherapeutische und psychologische Behandlungsansätze kombiniert werden, um Schmerzen ganzheitlich zu behandeln.
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