Wenn Klinikflure Geschichten erzählen

Zwei Mitarbeiterinnen des Evangelischen Krankenhauses Dinslaken gestalten mit Farbe, Humor und viel Herz Räume im Klinikverbund

Pressemitteilung: Wer in der Cafeteria des Evangelischen Krankenhauses Dinslaken in der 10. Etage sitzt, blickt nicht nur über die Stadt, sondern auch auf besondere Motive an den Wänden: Menschen in OP-Kleidung, gemalt von Elke Rahn. Die OP-Pflegerin arbeitet seit 2012 am Standort und bringt dort neben ihrer Tätigkeit im Klinikalltag auch ihre künstlerische Handschrift ein.

Inzwischen ist ihre Kunst auch an einem weiteren Ort im Verbund zu sehen. Gemeinsam mit Kirsten Dreyer aus der Anästhesiepflege gestaltet Elke Rahn derzeit Wände im Herzzentrum Duisburg. Beide Mitarbeiterinnen sind am Evangelischen Krankenhaus Dinslaken tätig und bringen mit dem Projekt ein Stück Dinslakener Kreativität an einen weiteren Standort des Verbundes Evangelisches Klinikum Niederrhein. Die Arbeiten sollen in rund zwei Wochen abgeschlossen sein. Dabei entsteht im Herzzentrum eine Wandgestaltung, die auf den ersten Blick wie ein Bücherregal wirkt. Überdimensionale Buchrücken ziehen sich über die Fläche und tragen Titel mit Bezug zum Klinikalltag. „Die Idee mit den Büchern kam quasi im Vorbeilaufen“, sagt Kirsten Dreyer. Ursprünglich sei der Bereich nicht für eine Gestaltung vorgesehen gewesen. Eine eher nüchterne Ecke entwickelte sich so zu einem Ort, der zum kurzen Innehalten und Schmunzeln einlädt. Denn die gemalten Bücher tragen ungewöhnlich Titel wie „Wirbelsturm in der Fontanelle“, „Knistern im Sinusknoten“ oder „Lärm im Gedärm“. Sie greifen medizinische Begriffe auf und verbinden sie mit einem Augenzwinkern. Viel Ideen stammen aus den Teams des Klinikums. Über einen Aushang waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingeladen, eigene Vorschläge einzubringen. „Es sollte bewusst originell und auch etwas witzig sein. Der Klinikalltag ist schließlich oft ernst genug“, meint Elke Rahn. So wurde die Wandgestaltung zu einem gemeinsamen Projekt, an dem sich verschiedene Berufsgruppe beteiligt haben. Auch Bereiche, die im Klinikalltag oft im Hintergrund stehen, finden ihren Platz, etwa mit Titeln wie „Chroniken der Unentbehrlichen“ oder „Mit Herz und starken Nerven“.

Neben dem kreativen Ansatz spielt auch die Wirkung im Alltag eine Rolle. Die Gestaltung soll eine ruhige, freundliche Atmosphäre schaffen, insbesondere für Patientinnen und Patienten, die auf dem Weg zu Untersuchungen oder in den OP-Bereich sind.

Für die beiden Mitarbeiterinnen bedeutet das Projekt auch, unterschiedliche künstlerische Stile zusammenzubringen.  „Die Herausforderung war, unsere beiden Malstile so miteinander zu verbinden, dass am Ende ein harmonisches Gesamtbild entsteht“, sagt Elke Rahn. Wichtig sei beiden gewesen, dass die Gestaltung nicht nur schön aussieht, sondern etwas mit den Menschen im Haus zu tun hat. Ein weiteres Element ist bereits geplant: Für Kinder soll die Gestaltung um ein kleines Suchspiel ergänzt werden. In angrenzenden Wandbereichen entstehen dafür Häuser mit beleuchteten Fenster und kleinen Katzensilhouetten. Kinder können die Katzen zählen und sich, wenn alles gefunden ist, im Sekretariat eine kleine Belohnung abholen.

Dass zwei Mitarbeiterinnen aus Dinslaken nun auch in Duisburg Wände gestalten, zeigt, wie lebendig ein Klinikverbund sein kann, wenn Menschen ihre Fähigkeiten über ihren eigentlichen Arbeitsbereich hinaus einbringen. Elke Rahn und Kirsten Dreyer tragen dazu bei, Klinikräum ein Stück freundlicher und persönlicher zu gestalten.

Fotos: Bilder in der Cafeteria am Evangelischen Krankenhaus Dinslaken, gemalt von Elke Rahn.

Artikelfoto: Elke Rahn und Kirsten Dreyer vor der neugestalteten Wand im Evangelischen Krankhaus Duisburg-Nord.

 

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