Pressemitteilung: Nach einem schweren Verkehrsunfall oder einem Sturz aus großer Höhe zählt jede Minute. Für solche Notfälle ist das Evangelische Krankenhaus Duisburg-Nord als Regionales Traumazentrum aufgestellt. Die Qualität dieser Versorgung wurde nun erneut bestätigt: Das Regionale Traumazentrum wurde erfolgreich rezertifiziert. Das Audit konnte ohne Beanstandungen abgeschlossen werden.
Das Regionale Traumazentrum gehört zum TraumaNetzwerk Ruhrgebiet und erfüllt die Anforderungen der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU). Das Evangelische Krankenhaus Duisburg-Nord ist dabei seit Jahren der zweithöchsten Versorgungsstufe zugeordnet. Für Rettungsdienste ist damit klar erkennbar, welche Möglichkeiten ein Krankenhaus für die Behandlung schwer und mehrfach verletzter Menschen bietet.
Im Schockraum zählt jede Minute
Bei der Erstversorgung spielt der sogenannte Schockraum eine zentrale Rolle. Wenn ein schwerverletzter Mensch mit dem Rettungswagen oder dem Rettungshubschrauber eingeliefert wird, steht dort bereits das notwendige Personal mit der entsprechenden medizinischen Ausstattung bereit. Die ersten Untersuchungen beginnen unmittelbar nach der Ankunft. „Im Schockraum müssen wir innerhalb kürzester Zeit ein möglichst vollständiges Bild der Verletzungen erhalten und entscheiden, welche Behandlung zuerst notwendig ist“, erklärt Dr. med. Philipp Weber, Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin. „Dabei ist entscheidend, dass die verschiedenen Fachrichtungen schnell verfügbar sind und eng zusammenarbeiten.“ Je nach Verletzung kann unmittelbar mit der Behandlung begonnen oder die weitere Versorgung im Operationssaal oder auf der Intensivstation eingeleitet werden. Neben der Unfallchirurgie sind unter anderem die Viszeralchirurgie, die Neurochirurgie, die Wirbelsäulenchirurgie, die Gefäßchirurgie und die Radiologie beteiligt. „Bei schweren Unfällen ist häufig nicht nur eine Körperregion betroffen. Dass wir viele spezialisierte Fachbereiche hier an einem Standort haben, ermöglicht es uns, auch komplexe Verletzungsmuster umfassend zu behandeln“, so Weber.
Am Evangelischen Krankenhaus Duisburg-Nord wurden 2026 bislang 41 schwerverletzte Patientinnen und Patienten behandelt. Für die Anerkennung als Regionales Traumazentrum dieser Versorgungsstufe müssen mindestens 20 entsprechende Behandlungsfälle pro Jahr nachgewiesen werden.
Rezertifizierung nimmt Strukturen genau unter die Lupe
Im Rahmen der Rezertifizierung werden unter anderem die Qualifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die technische Ausstattung, die festgelegten Abläufe und die Dokumentation überprüft. Auch Bereiche wie Schockraum, Operationstisch, Intensivstation, Radiologie und Hubschrauberlandeplatz werden in die Begutachtung miteinbezogen. „Bei einem solchen Audit geht es nicht nur darum, ob bestimmte Strukturen vorhanden sind. Entscheidend ist, ob sie im Klinikalltag verlässlich funktionieren und die theoretisch festgelegten Abläufe tatsächlich gelebt werden“, erklärt Kersten Brenner, Leitender Oberarzt der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin sowie Koordinator des Traumazentrums.
Neben der Unfallchirurgie und der Zentralen Notaufnahme waren auch die Pflege, das Qualitätsmanagement und die Personalabteilung an der Vorbereitung auf das Audit beteiligt. „Dass die Überprüfung ohne Beanstandungen abgeschlossen wurde, ist eine schöne Bestätigung für alle beteiligten Bereiche. Die Versorgung schwerverletzter Menschen ist immer Teamarbeit und funktioniert nur, wenn viele Berufsgruppen zuverlässig ineinandergreifen“, sagt Brenner.
Mit der erfolgreichen Rezertifizierung bleibt das Evangelische Krankenhaus Duisburg-Nord als Regionales Traumazentrum fest in das TraumaNetzwerk Ruhrgebiet eingebunden. Bereits seit 2014 ist der Standort entsprechend zertifiziert und wurde seitdem regelmäßig erfolgreich rezertifiziert. Schwerverletzte Menschen aus Duisburg und der Region können damit auch weiterhin rund um die Uhr in einer entsprechend ausgestatteten Versorgungsstruktur behandelt werden.
Foto: Freuen sich über die erfolgreiche Re-Zertifizierung des Regionalen Traumazentrums am EKN: Dr. med. Philipp Weber (links), Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin, und Kersten Brenner, Leitender Oberarzt der Klinik und Koordinator des Traumazentrums. (Quelle: EVKLN)
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