Nach großer Aortenoperation: „Corona hat mir das Leben gerettet“

Am Evangelischen Krankenhaus Duisburg-Nord ist ein außergewöhnlich komplexer Eingriff an der Hauptschlagader erfolgreich durchgeführt worden.

Pressemitteilung: Zwei Tage nach der Operation sitzt Markus Hegemann in seinem Zimmer und spricht ruhig über das, was hinter ihm liegt. Er wirkt gefasst, wach, erstaunlich klar. Wer ihm begegnet, ahnt kaum, welche medizinische Herausforderung er gerade überstanden hat. Bei dem 58-Jährigen wurde ein offener chirurgischer Ersatz der thorakoabdominellen Aorta durchgeführt, also der Ersatz eines Abschnitts der Hauptschlagader, der vom Brustraum bis in den Bauchraum reicht. Es ist ein Eingriff, der zu den anspruchsvollsten Operationen in der Gefäßchirurgie zählt. Für Hegemann ist dieser Moment mehr als ein medizinischer Erfolg. Er ist ein Aufatmen nach einer langen Zeit voller Unsicherheit, Untersuchungen, Eingriffe und seelischer Belastung. Denn nicht jede schwere Erkrankung sieht man einem Menschen sofort an. „Manche haben zu mir gesagt: Du siehst doch gar nicht krank aus“, erzählt Hegemann. „Aber das, was man nicht sieht, ist manchmal trotzdem da.“

Sein Weg begann ausgerechnet in der Coronazeit. Damals wurde der Befund an seiner Aorta eher zufällig entdeckt. Rückblickend sagt Hegemann einen Satz, der hängen bleibt: „Corona hat mir das Leben gerettet.“ Denn ohne die damaligen Untersuchungen hätte er von der gefährlichen Veränderung an seiner Hauptschlagader möglicherweise lange nichts bemerkt. Genau das macht Erkrankungen der Aorta so tückisch: Sie können über lange Zeit kaum Beschwerden verursachen und dennoch lebensbedrohlich werden. Über die vergangenen Jahre wurde Hegemann eng durch die Gefäßchirurgie begleitet. Einer seiner wichtigsten Ansprechpartner war Priv.-Doz. Dr. med. habil. Peter Fellmer, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie. Er führte viele Gespräche mit dem Patienten, erklärte Befunde, ordnete Risiken ein und bereitete den großen Eingriff gemeinsam mit dem Team sorgfältig vor. „Bei einer Erkrankung dieser Dimension geht es nicht nur um die Operation selbst“, sagt Fellmer. „Es geht auch darum, einen Patienten über längere Zeit mitzunehmen, ihm die Situation verständlich zu erklären und gemeinsam Vertrauen aufzubauen. Gerade bei einem so komplexen Eingriff ist die Vorbereitung ein entscheidender Teil der Behandlung.“

 

Die Aorta ist die zentrale Schlagader des Körpers. Von ihr gehen im Brust und Bauchraum wichtige Gefäße ab, die unter anderem Rückenmark, Nieren, Bauchorgane und Beine versorgen. Wenn ein erkrankter Abschnitt in diesem Bereich offen ersetzt werden muss, ist höchste Präzision erforderlich. Der Blutfluss muss kontrolliert, Organe müssen geschützt, Blutverluste müssen aufgefangen und die Kreislaufsituation muss fortlaufend stabil gehalten werden. Jeder Handgriff zählt. Jeder Schritt ist geplant. Am Standort Duisburg-Fahrn wurde der Eingriff durch die Gefäßchirurgie des Evangelischen Krankenhauses Duisburg Nord erfolgreich durchgeführt. Hauptoperateur war Oberarzt Jaser Al-Maqablah. Für ihn begann die Operation lange vor dem ersten Schnitt. „Bei einem Eingriff dieser Größenordnung darf nichts dem Zufall überlassen werden“, sagt Al-Maqablah. „Wir müssen im Vorfeld sehr genau planen: den operativen Zugang, die Reihenfolge der einzelnen Schritte, das Material, die Versorgung der Organe und auch mögliche kritische Situationen. Entscheidend ist, dass das gesamte Team vorbereitet ist und jederzeit eng zusammenarbeitet.“

Diese enge Zusammenarbeit war in diesem Fall besonders wichtig. Gefäßchirurgie, Anästhesie und OP Pflege waren über die gesamte Zeit eng eingebunden. Stundenlang standen die Teams gemeinsam im Operationssaal. Während die Gefäßchirurgie an der erkrankten Aorta arbeitete, sorgte die Anästhesie dafür, dass Herz-Kreislauf-System, Blutdruck, Blutgerinnung, Organfunktionen und Flüssigkeitshaushalt stabil blieben. Die OP Pflege stellte sicher, dass Instrumente, Gefäßprothesen, Nahtmaterialien und alle weiteren benötigten Materialien im richtigen Moment bereitstanden. Gerade die anästhesiologische Leistung ist bei einem solchen Eingriff von entscheidender Bedeutung. Denn während der Operation verändern sich die Bedingungen im Körper immer wieder. Die Aorta muss zeitweise kontrolliert abgeklemmt werden, Blutdruck und Kreislauf reagieren empfindlich, es kann zu erheblichem Blutverlust kommen. Wird die Durchblutung wieder freigegeben, muss der Körper erneut stabilisiert werden. Das verlangt höchste Aufmerksamkeit und Erfahrung.

 

Dr. med. Viktor Römmler, Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, betont deshalb: „Bei einer solchen Operation geht es nicht nur darum, eine Narkose zu führen. Wir stabilisieren den Patienten über viele Stunden in einer hochkomplexen Situation. Herz-Kreislauf-System, Blutverlust, Gerinnung und Organfunktionen müssen permanent überwacht und gesteuert werden. Das ist eine herausragende Teamleistung, auch von der OP- und Anästhesiepflege, die bei einem solchen Eingriff eine zentrale Rolle spielt.“

Dass Hegemann den großen Eingriff so gut überstanden hat, ist für alle Beteiligten ein besonderer Moment. „Wenn ein Patient nach einer Operation dieser Größenordnung so wach, stabil und zugewandt ist, dann bewegt das das gesamte Team“, sagt Al-Maqablah. „Es zeigt, was möglich ist, wenn Erfahrung, präzise Vorbereitung und interdisziplinäre Zusammenarbeit ineinandergreifen.“ Auch der 58-Jährige weiß, dass dieser Eingriff kein gewöhnlicher war. „Ich habe gemerkt, wie viel hier im Vorfeld geplant wurde und wie viele Menschen an meiner Seite standen“, sagt Hegemann. „Dass ich diese große Operation so gut überstanden habe, bedeutet mir sehr viel. Ich bin dem gesamten Team unglaublich dankbar.“ Sein Weg erzählt von moderner Hochleistungsmedizin. Aber auch von Zufall, Vertrauen und Menschlichkeit. Von einem Befund, der rechtzeitig entdeckt wurde. Von einem Patienten, der über Jahre mehr tragen musste, als man ihm von außen ansah. Und von einem Krankenhaus-Team, das gemeinsam einen außergewöhnlich anspruchsvollen Eingriff erfolgreich gemeistert hat.

Foto: Nach dem erfolgreichen Eingriff an der Hauptschlagader: Patient Markus Hegemann mit dem Behandlungsteam des Evangelischen Krankenhauses Duisburg-Nord. Von links: Dirk Bersuch (Leitung Anästhesiepflege), Jaser Al-Maqablah (Oberarzt der Klinik für Gefäßchirurgie), Patient Markus Hegemann, Dr. med. Viktor Römmler (Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin) und Priv.-Doz. Dr. med. habil. Peter Fellmer (Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie). Quelle: EVKLN

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Jessica Reinartz
Leitung Marketing und Unternehmenskommunikation
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