„Ich würde es immer wieder so machen lassen“

78-jährige Patientin erhält im Evangelischen Krankenhaus Dinslaken zwei künstliche Hüftgelenke in einer Operation

Pressemitteilung: Treppensteigen bis in den dritten Stock und längere Wege ohne starke Schmerzen laufen: Für Helga Schraven aus Oberhausen war das zuletzt keine Selbstverständlichkeit mehr. Die 78-Jährige litt unter starken Schmerzen in der Leiste. Im Mai 2026 wurde sie in der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin im Evangelischen Krankenhaus Dinslaken von Dr. Rainer Weber, Leitender Arzt der Sektion Endoprothetik, operiert. Dabei erhielt sie nicht nur ein neues Hüftgelenk, sondern gleich zwei: Beide Seiten wurden in einer Operation versorgt. „Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich schon einen Tag nach der OP wieder aufstehen und über den Flur laufen könnte“, erzählt Helga Schraven. Bereits 2025 war sie von Dr. Rainer Weber am Knie operiert worden, damals noch in Oberhausen. Als später die Schmerzen in der Leiste dazukamen, wandte sie sich erneut an den Orthopäden, der inzwischen am Evangelischen Krankenhaus Dinslaken tätig ist.

Beide Hüften stark verschlissen

Nach der Voruntersuchung stand fest, dass beide Hüftgelenke stark verschlissen waren. „Daher haben wir beschlossen, direkt beide Seiten auf einmal zu machen, damit ich es hinter mir habe“, sagt Helga Schraven. Eine Entscheidung, die sie rückblickend jederzeit wieder treffen würde. „Radiologisch zeigte sich ein viertgradiger Gelenkschaden. Vereinfacht gesagt: Knochen rieb auf Knochen“, erklärt Dr. Rainer Weber. Da die Patientin auf beiden Seiten erhebliche Beschwerden hatte, wurde gemeinsam entschieden, beide Hüftgelenke in einem Eingriff zu ersetzen. Eine solche beidseitige Versorgung ist jedoch nicht für alle Patientinnen und Patienten geeignet. „Es gibt viele Gründe, die Operation nur einseitig durchzuführen, etwa wenn nur eine Seite stark betroffen ist oder wenn Patientinnen und Patienten Sorge vor einem beidseitigen Eingriff haben“, so Dr. Weber. Außerdem ist es wichtig, dass internistisch keine wesentlichen Erkrankungen vorliegen. Auch eine Blutarmut sollte nicht bestehen. „Wenn die Patientin oder der Patient ansonsten gesund ist, gibt es keine feste Altersgrenze.“

Die Operation selbst dauert bei einer beidseitigen Versorgung entsprechend länger. Bei Helga Schraven betrug die reine Operationszeit rund zweimal 60 Minuten, dazwischen lagen etwa 20 Minuten Wechsel- und Vorbereitungszeit für die zweite Seite. „Die Risiken ergeben sich vor allem aus der verlängerten Narkosezeit“, erläutert Dr. Weber. Gleichzeitig müsse die Operation auf beiden Seiten technisch sehr präzise erfolgen, damit es nicht zu Beinlängendifferenzen komme.

Schonende Operation und schnelle Mobilisation

Helga Schraven wurde minimal-invasiv operiert. Der Zugang zum Hüftgelenk erfolgte über einen schonenden Schnitt im vorderen seitlichen Bereich der Hüfte. Dabei wurden zementfreie Hüftendoprothesen eingesetzt, die direkt voll belastbar sind. Die genaue Planung der Operation erfolgte mithilfe digitaler Röntgenschablonen. „Wichtig ist, Implantate einzusetzen, die sofort voll belastungsfähig sind“, sagt Dr. Weber. Zudem müsse der Eingriff an der zuerst operierten Hüfte zügig und komplikationsfrei verlaufen. Erst dann wird in Abstimmung mit der Anästhesie entschieden, ob auch die zweite Seite wie geplant operiert werden kann.

Bereits am Abend nach der Operation werden Patientinnen und Patienten wieder mobilisiert. Zunächst setzen sie sich mindestens an die Bettkante, häufig stehen sie auch schon auf. Am Folgetag üben sie gemeinsam mit der Physiotherapie das Gehen im Zimmer und, wenn möglich, auch auf dem Flur. Oft ist bereits am Abend der Operation der Toilettengang wieder möglich. Pflege und Physiotherapie arbeiten dabei eng zusammen, um die Mobilisierung intensiv zu begleiten. Am zweiten Tag folgt in der Regel das Treppentraining.

Auch Helga Schraven war überrascht, wie schnell sie wieder auf den Beinen war. „Laufen kann ich jetzt wieder besser, vor allem Treppe rauf. Ich wohne im dritten Stock“, sagt sie. Besonders wichtig war ihr dabei nicht nur die medizinische Behandlung, sondern auch das Gefühl während des Aufenthalts: „Ich habe mich hier gut aufgehoben gefühlt.“

Für Dr. Weber sind solche Verläufe besonders schön: „Am meisten freut es mich, wenn die Patientinnen und Patienten schnell wieder auf den Beinen sind und zufrieden nach Hause gehen können. Das gilt natürlich auch für Menschen, bei denen nur eine Hüfte operiert wird.“

Zertifiziertes EndoProthetikZentrum mit Fast-Track-Konzept

Die Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin am Evangelischen Krankenhaus Dinslaken hat einen besonderen Schwerpunkt in der Orthopädie und Endoprothetik, also dem künstlichen Ersatz von Gelenken durch Implantate. Behandelt werden unter anderem Beschwerden an Hüfte, Knie und Schulter. Als zertifiziertes EndoProthetikZentrum nach DIN EN ISO 9001:2015 arbeitet die Klinik nach streng geprüften Qualitätsstandards. Mit dem Fast-Track-Konzept setzt das Team auf eine gezielte Vorbereitung, schonende Operationsverfahren, frühe Mobilisation und klar abgestimmte Abläufe zwischen Medizin, Pflege und Physiotherapie. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten sicher und schneller wieder in den Alltag zurückzuführen. Auch die anschließende Rehabilitation wird dabei frühzeitig mitgeplant.

Aktuell wurde die Klinik zudem in der Studie „Deutschlands beste Krankenhäuser 2026“ des F.A.Z.-Instituts in der Kategorie Orthopädie und Unfallchirurgie/Orthopädische Chirurgie ausgezeichnet. Grundlage der Untersuchung waren Daten von knapp 2.200 Krankenhaus-Standorten in Deutschland. In die Bewertung flossen unter anderem Qualitätsberichte, Daten des Bundes-Klinik-Atlas, Klinikbewertungen, Social-Media-Monitoring und ein strukturierter Fragebogen ein. Ausgezeichnet wurde das beste Drittel der bewerteten Krankenhäuser.

Für Helga Schraven steht nach ihrer Erfahrung vor allem eines fest: „Man sollte nicht zu lange warten“, sagt die 78-Jährige. Ihr Fazit nach der beidseitigen Hüftoperation fällt eindeutig aus: „Ich würde immer wieder beide Hüften zusammen operieren lassen.“

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