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Klinik für Neurochirurgie - Schwerpunkt Wirbelsäulenchirurgie

Die Wirbelsäule ist das tragende Element unseres Körpers. Gerät sie aus dem Gleichgewicht, geraten oft auch Alltag, Lebensfreude und Mobilität ins Wanken. Erkrankungen an der Wirbelsäule bedeuten für viele Menschen mehr als nur körperlichen Schmerz. Sie sind eine tiefgreifende Einschränkung der Lebensqualität. In der Klinik für Neurochirurgie mit Schwerpunkt Wirbelsäulenchirurgie haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, Betroffenen diese Lebensqualität zurückzugeben. Mit einem Team aus erfahrenen Spezialistinnen und Spezialisten, modernster Medizintechnik und einem ganzheitlichen Therapieverständnis behandeln wir Erkrankungen und Verletzungen der Wirbelsäule auf höchstem fachlichen Niveau. Am Standort Evangelisches Krankenhaus Dinslaken (EKD) bündeln wir in der angeschlossenen Sektion Wirbelsäulenchirurgie neueste operative Verfahren mit der Expertise aus vielen Jahren chirurgischer Erfahrung. Am Standort Evangelisches Krankenhaus Duisburg-Nord (EKN) liegt der Schwerpunkt der Klinik auf der zentralen und vaskulären Neurochirurgie.  Hier verbinden sich Expertise und Innovation in der Behandlung komplexer Erkrankungen des zentralen Nervensystems.

Ph.D. Hisham Alsingaby (l.), Sektionsleiter der Wirbelsäulenchirurgie, und Prof. Dr. med. Michael Zimmermann (r.), Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie.

Gemeinsam stark für die Wirbelsäule

Medizinische Schwerpunkte

Bandscheibenvorfälle der Hals-und Lendenwirbelsäule

Die Bandscheiben liegen zwischen zwei Wirbelkörpern und federn wie ein Puffer Erschütterungen, Reibungen und Stöße ab. Jede Bandscheibe hat im Kern eine zähflüssige Masse, die von festem Gewebe umgeben ist. Mit der Zeit nutzen sich die Bandscheiben ab und verlieren ihre Pufferfunktion. Dadurch tritt das Bandscheibengewebe seitlich aus. Werden dabei Nervenwurzeln eingeengt, treten Kribbelerscheinungen, Taubheitsgefühle und Lähmungen auf. Ein Bandscheibenvorfall verursacht dauerhafte starke Rückenschmerzen, die oft in Arm oder Bein ausstrahlen und sich bei Belastung verstärken.

Operation
Eine Operation ist erforderlich, wenn alle konservativen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind oder wenn es zu bestimmten Symptomen kommt. Diese sind:

  • Lähmung bzw. Schwäche in den Beinen
  • Lähmungen bzw. Schwäche in den Armen (wenn die Halswirbelsäule betroffen ist)
  • Beeinträchtigung in der Feinmotorik der Hände (wenn die Halswirbelsäule betroffen ist)
  • Dysfunktion der Blasen-und Darmfunktion
  • Taubheitsgefühle im Genitalbereich
  • Absterben der Nervenzellen, d.h. wenn die Schmerzen plötzlich nachlassen, die Lähmung jedoch zunimmt

Unsere Therapiestrategie besteht immer darin, ein präzises, individuelles Konzept für unsere Patientinnen und Patienten zu entwickeln. Die Operation führen wir mikrochirurgisch bzw. minimal-invasiv durch (3 bis 4 cm langer Hautschnitt). Die Öffnung des Wirbelkanals (Spinalkanal) selbst ist nur wenige Millimeter groß. Unter dem Mikroskop lässt sich die beschädigte Nervenwurzel genau identifizieren und vom Bandscheibengewebe trennen, damit sich die geschädigte Nervenwurzel erholen kann. Ist der Nerv befreit wird die Bandscheibe entweder durch eine künstliche Bandscheibe ersetzt oder das Segment wird durch einen Platzhalter mit Schrauben versteift.

 

Chronische und therapieresistente Rücken- und Beinschmerzen

Wenn der Schmerz zum ständigen Begleiter wird

Rückenschmerzen sind in Deutschland und Europa zur Volkskrankheit Nummer eins geworden. Während akute Schmerzen oft eine Warnfunktion des Körpers sind, verlieren chronische Schmerzen diese Funktion und entwickeln sich zu einem eigenständigen Krankheitsbild. Millionen von Menschen leiden unter dauerhaften Beschwerden, die trotz bisheriger Behandlungen nicht verschwinden.

Besonders komplex ist die Situation, wenn sich ein sogenanntes Schmerzgedächtnis gebildet hat oder wenn Schmerzen nach bereits erfolgten Operationen fortbestehen (Post-Nukleotomie-Syndrom oder "Failed Back Surgery Syndrome").

Die Symptome sind quälend und vielfältig: dauerhafter Ruheschmerz, brennende Nervenschmerzen in den Beinen, Bewegungseinschränkungen sowie eine zunehmende psychische Belastung. Neben degenerativen Veränderungen und Narbengewebe gehören auch psychosoziale Faktoren sowie eine zu späte oder unzureichende initiale Behandlung zu den Risikofaktoren für eine Chronifizierung.

Unser Behandlungsangebot: Ein multimodaler Ansatz gegen den Schmerz

In der Sektion Wirbelsäulenchirurgie des Evangelischen Krankenhauses Dinslaken lassen wir Sie mit chronischen Schmerzen nicht allein. Wir bieten Ihnen umfassende Behandlungsoptionen, die modernste Technologien mit bewährten Verfahren kombinieren.

Unsere Philosophie folgt dem Prinzip der stufenweisen Eskalation der Behandlungsmaßnahmen. Wir greifen erst ein, wenn die konservative Behandlung bei Ihren niedergelassenen Ärzten ausgeschöpft wurde. Unser Ziel ist es, den Schmerzkreislauf zu durchbrechen.

Dabei setzen wir auf ein breites Spektrum, das einzeln oder in Kombination angewendet wird:

  • Multimodale Schmerztherapie: Durch unsere enge Zusammenarbeit mit der Sektion Schmerzmedizin im Haus bieten wir ein ganzheitliches Konzept, das medikamentöse Therapie, Physiotherapie und psychologische Unterstützung vereint. (Link zur Sektion Schmerzmedizin)
  • Minimalinvasive Schmerzinterventionen:
    • Perkutane Facetten- und/oder Iliosakralgelenk-Thermokoagulation: Hitzeverödung der schmerzleitenden Nervenfasern an den Wirbelgelenken.
    • Endoskopische Facetten- und/oder Iliosakralgelenk-Denervation: Eine präzise, video-gestützte Unterbrechung der Schmerzleitung.
  • Neuromodulation (Rückenmarknahe Stimulation / SCS): Für Patienten mit chronischen neuropathischen Schmerzen (z. B. nach mehrfachen Voroperationen) arbeitet unsere Sektion eng mit den Rückenmarkstimulation-Experten im Haus zusammen. Dabei werden feine Elektroden im Wirbelkanal platziert, die Schmerzsignale durch sanfte Impulse überlagern und so die Weiterleitung zum Gehirn blockieren. (Link zur Rückenmarknahe Stimulation (SCS))
  • Minimalinvasive bewegungserhaltende Interventionen: Sollte eine mechanische Ursache (wie eine erneute Einengung) vorliegen, nutzen wir schonende Verfahren:
    • Monoportale und biportale endoskopische Dekompression/Bandscheibenoperation.
    • Mikrochirurgische Dekompression.
    • Bandscheibenprothesen zum Erhalt der Beweglichkeit.
  • Stabilisierende Interventionen und Revisionschirurgie: Bei Instabilitäten oder komplexen Vorzuständen führen wir spezialisierte Eingriffe durch:
    • Minimalinvasive Spondylodese (über dorsale, ventrale, retroperitoneale oder transthorakale Zugänge).
    • Komplexe langstreckige Korrekturspondylodesen.
    • Revisionsoperationen: Speziell bei Patienten mit Status nach mehrfachen Wirbelsäulenoperationen analysieren wir die Ursache des Misserfolgs präzise und korrigieren diese.
Endoskopische Wirbelsäuleneingriffe

Bei der endoskopischen Bandscheibenoperation an der Lendenwirbelsäule/ Halswirbelsäule wird ein Endoskop, das so dünn wie zum Beispiel ein Bleistift ist, je nachdem unter Lokalbetäubung oder ggfs. unter Vollnarkose durch die Haut von hinten seitlich bis zum Bandscheibenvorfall geführt. Dabei werden die schmerzempfindlichen Muskeln an der Wirbelsäule geschont. Die Genesung ist daher besonders zügig. Dank der Knochen- und Gewebeschonenden endoskopischen Bandscheibenoperation steht uns ein Verfahren zur Verfügung, welches es uns erlaubt, einen Bandscheibenvorfall noch patientenschonender und noch sicherer zu beheben.

Der Zugang zum Ort des Schmerzgeschehens erfolgt von der Seite her, über das Nervenaustrittsloch (Foramen). Auf diese Weise werden die Nervenstrukturen im Wirbelkanal komplett umgangen – und Verletzungen, Verwachsungen und andere Komplikationen können vermieden werden. Ebenso bleiben die zwischen den Wirbeln gelegenen Bänder zur Stabilisierung der Wirbelsäule, das Ligamentum Flavum, intakt.

Die endoskopische Bandscheiben OP dauert in der Regel ca. 30 bis 45 Minuten. Die Eintrittsstelle wird mit einem kleinen Pflaster steril verschlossen.

Entzündungen und Infektionen der Wirbelsäule

Wenn Keime den Rücken angreifen

Entzündungen und Infektionen der Wirbelsäule, wie beispielsweise Spondylodiszitis oder Spondylitis, sind ernstzunehmende Erkrankungen. Ohne rechtzeitige Behandlung können sie zu Instabilität, Deformitäten oder neurologischen Schäden führen. Meist entstehen sie durch Bakterien, die über die Blutbahn in die Wirbelsäule gelangen, seltener durch direkte Kontamination.

Die Häufigkeit dieser Erkrankungen ist in den letzten Jahren leicht gestiegen. Dies ist unter anderem auf die höhere Lebenserwartung und die Zunahme chronischer Erkrankungen zurückzuführen. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen Diabetes mellitus, ein geschwächtes Immunsystem (Immunsuppression), Niereninsuffizienz, rheumatische Erkrankungen und vorangegangene Operationen.

Die Symptome sind oft unspezifisch, was die Diagnose erschweren kann. Typisch sind starke Rückenschmerzen, die auch in Ruhe oder nachts auftreten, sowie ein allgemeines Krankheitsgefühl. Fieber und Entzündungszeichen im Blut sind häufig vorhanden, können aber bei chronischen Verläufen fehlen. In fortgeschrittenen Stadien können durch Abszessbildung oder Instabilität auch Nervenausfälle auftreten.

Unser Behandlungsangebot: Multimodale Kompetenz für Ihre Genesung

In der Sektion Wirbelsäulenchirurgie des Evangelischen Krankenhauses Dinslaken begegnen wir diesen komplexen Erkrankungen mit einem umfangreichen multimodalen Behandlungskonzept. Unsere Philosophie und Behandlungsstrategie basieren auf einer maßgeschneiderten und interdisziplinären Therapie, die eng mit unseren Infektologen und Internisten abgestimmt wird. Wir entscheiden je nach Infektionsart, Ausdehnung, Schweregrad und Ihrem Allgemeinzustand über das optimale Vorgehen.

Unser Behandlungsangebot umfasst nach gemeinsamer interdisziplinärer Planung:

  • Konservative Behandlung: Bei vielen milden Entzündungen oder Infekten ohne neurologische Ausfälle oder Instabilität ist eine nicht-operative Behandlung oft ausreichend. Diese umfasst:
    • Antiinfektive/Antientzündliche medikamentöse Therapie: Gezielte Gabe von Antibiotika nach Erregernachweis.
    • Schmerztherapie: Zur Linderung der akuten Beschwerden.
    • Ruhigstellung: Einsatz von Orthesen oder Korsetts, um die betroffene Region zu entlasten und die Heilung zu fördern.
    • Physiotherapie: Zur Stärkung der Muskulatur und Förderung der Beweglichkeit, sobald die akute Phase überwunden ist.
  • Transpedikuläre Probeentnahme zur Keimgewinnung: Ein minimalinvasiver Eingriff, um Gewebe oder Flüssigkeit aus dem Entzündungsherd zu gewinnen. Die Identifikation des genauen Keims ist entscheidend für die Wahl des richtigen Antibiotikums.
  • Mikrochirurgische Entlastung und Sanierung: Operative Entfernung von entzündetem Gewebe und Abszessen (Debridement) sowie Entlastung bedrängter Nervenstrukturen unter dem Mikroskop.
  • Minimalinvasive perkutane Stabilisierung: Stabilisierung der betroffenen Wirbelsäulenabschnitte über kleine Hautschnitte mittels Schrauben-Stab-Systemen, um die Heilung zu unterstützen und Schmerzen zu reduzieren.
  • Komplexe Rekonstruktion und Debridement: Bei ausgedehnten Befunden führen wir eine gründliche Sanierung (Debridement) und Rekonstruktion durch. Dies kann über verschiedene Zugänge erfolgen: von hinten (dorsal), von vorne (ventral), durch den Brustkorb (transthorakal) oder über den Bauchraum (retroperitoneal), oft kombiniert mit Stabilisierung zur Wiederherstellung der Statik.
Degenerative Wirbelsäulenerkrankungen

Wenn die Wirbelsäule altert

Die Wirbelsäule ist das zentrale Stützgerüst unseres Körpers. Sie ermöglicht uns Beweglichkeit und den aufrechten Gang. Doch wie jedes andere Gelenk kann auch sie im Laufe des Lebens unter Verschleißerscheinungen leiden. Diese Veränderungen werden als degenerative Wirbelsäulenerkrankungen bezeichnet. Sie sind eine der häufigsten Ursachen für Rücken- und Nackenschmerzen und können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.

Die Risikofaktoren für die Entwicklung degenerativer Wirbelsäulenerkrankungen sind vielfältig. Neben dem natürlichen Alterungsprozess zählen dazu unter anderem genetische Veranlagung, Übergewicht, mangelnde körperliche Aktivität, einseitige Belastungen im Beruf oder Alltag sowie frühere Verletzungen der Wirbelsäule.

Die Symptome können stark variieren, je nachdem welcher Abschnitt der Wirbelsäule betroffen ist und wie stark die Degeneration fortgeschritten ist. Häufige Beschwerden sind chronische Rückenschmerzen oder Nackenschmerzen, die in Arme oder Beine ausstrahlen können, sowie Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Muskelschwäche. In manchen Fällen können die Symptome zudem zu Gangunsicherheit sowie zu Blasen- und Darmfunktionsstörungen führen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um die Beschwerden zu lindern und eine weitere Verschlechterung zu verhindern.

Unser Behandlungsangebot: Fortschrittliche Lösungen für Ihre Wirbelsäulengesundheit

In der Sektion Wirbelsäulenchirurgie des Evangelischen Krankenhauses Dinslaken bieten wir Ihnen ein umfassendes Spektrum moderner Behandlungsoptionen für alle Arten degenerativer Wirbelsäulenerkrankungen. Unsere Philosophie und Behandlungsstrategie basiert auf einer stufenweisen Eskalation der Maßnahmen mit dem Ziel, die für Sie bestmögliche Therapie zu finden. Dabei legen wir großen Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit niedergelassenen Kollegen. Operative Therapien beginnen wir in der Regel erst, nachdem konservative Behandlungsansätze ausgeschöpft wurden und keine ausreichende Besserung erzielt werden konnte.

Unser Behandlungsangebot umfasst unter anderem:

  • Perkutane Facetten- und/oder Iliosakralgelenk-Thermokoagulation: Eine minimalinvasive Methode zur Schmerzlinderung bei Arthrose der kleinen Wirbelgelenke oder des Iliosakralgelenks durch gezielte Verödung von Nervenfasern.
  • Endoskopische Facetten- und/oder Iliosakralgelenk-Denervation: Ähnlich der Thermokoagulation, jedoch unter endoskopischer Sicht, um präzise Nerven zu denervieren und Schmerzsignale zu blockieren.
  • Monoportale und biportale endoskopische Dekompression/Bandscheibenoperation: Hochmoderne, minimalinvasive Techniken zur Entlastung von Nervenstrukturen und zur Behandlung von Bandscheibenvorfällen mittels endoskopischer Zugänge (ca. 8mm).
  • Mikrochirurgische Dekompression/Bandscheibenoperationen: Präzise Operationen unter dem Mikroskop zur Entlastung von eingeengten Nerven oder zur Entfernung von Bandscheibenvorfällen, die eine hohe Genauigkeit und umfassende Erweiterung des Spinalkanals ermöglichen.
  • Bandscheibenprothesen: Der Ersatz geschädigter Bandscheiben durch künstliche Prothesen, um die Beweglichkeit der Wirbelsäule zu erhalten.
  • Minimalinvasive Spondylodesen (dorsal, ventral, retroperitoneal und transthorakal): Versteifungsoperationen der Wirbelsäule, die über kleine Hautschnitte durchgeführt werden und eine schnellere Erholung ermöglichen. Dazu gehören Zugänge von hinten (dorsal), von vorne (ventral), über den Bauchraum (retroperitoneal) oder durch den Brustkorb (transthorakal), je nach betroffenem Wirbelsäulenabschnitt.
  • Komplexe langstreckige Korrekturspondylodesen: Umfangreiche Versteifungsoperationen zur Korrektur komplexer Fehlstellungen der Wirbelsäule, beispielsweise bei Skoliose oder Kyphose.
  • Revisionsoperationen bei Zustand nach mehrfachen Wirbelsäulenoperationen: Spezialisierte Eingriffe für Patienten, die bereits mehrere Wirbelsäulenoperationen hinter sich haben und weiterhin Beschwerden aufweisen.
Operationen bei Wirbelkörperbrüchen infolge einer Osteoporose

Bei dieser Art der Frakturen operieren wir in aller Regel minimalinvasiv mit dem Verfahren der Vertebroplastie. Dabei stabilisieren wir den betroffenen Wirbelköper und richten ihn wieder auf. Unter örtlicher Betäubung und durch Röntgenkontrolle injizieren wir mit Hilfe einer Hohlnadel Knochenzement in den betroffenen Wirbelkörper. Der Knochenzement verteilt sich in der Fraktur und härtet dort aus. Ist ein Wirbelkörper deutlich gestaucht, kommt das Verfahren der Kyphoplastie infrage. Auch hierbei injizieren wir flüssigen Knochenzement in den betroffenen Wirbel, um ihn zu stabilisieren. Allerdings richten wir den Wirbelköper zunächst durch einen Ballon auf. Da der Knochenzement sehr schnell aushärtet, können die Patientinnen und Patienten unmittelbar nach der Operation mobilisiert werden.

Spinalkanalstenose

Bei einer Spinalkanalstenose handelt es sich um eine Verengung des Wirbelkanals (Spinalkanals), in dem das Rückenmark verläuft. Die Nervenwurzeln, die im Spinalkanal entspringen, können durch eine Stenose derart eingeengt sein, dass Schmerzen beim Gehen, Gefühlsstörungen und Schwäche in den Beinen entstehen. Auch Störungen bei der Blasen- bzw. Darmentleerung sind eine mögliche Folge. Eine Spinalkanalstenose behandeln wir zunächst konservativ. Bleiben die Schmerzen jedoch über längere Zeit bestehen oder bei neurologischen Ausfällen, ist ein operativer Eingriff erforderlich. Ziel der Operation ist es, den Spinalkanal an den verengten Stellen wieder zu weiten. Der operative Eingriff erfolgt schonend minimal-invasiv und mikrochirugisch.

 

Stabilisierende Operationen bei komplizierten Frakturen

Komplizierte Wirbelkörperbrüche sind meist die Folge schwerer Unfälle. Hier ist zumeist eine Instrumentation mit oder ohne Wirbelkörperersatz erforderlich. Die modernen Instrumentationssysteme erlauben eine gute Korrektur der Wirbelkörperbrüche. Nach der Operation ist in aller Regel keine Korsettbehandlung erforderlich und die Patientinnen und Patienten sind wieder belastbar.

 

Traumatische und Pathologische Wirbelsäulenverletzungen

Wenn die Wirbelsäule plötzlich bricht oder nachgibt

Die Wirbelsäule ist ein bemerkenswert robustes Gebilde, doch auch sie ist nicht unverwundbar. Traumatische Wirbelsäulenverletzungen entstehen durch äußere Gewalteinwirkung, beispielsweise durch einen Unfall oder Sturz. Mögliche Folgen sind Prellungen, Verstauchungen, Frakturen der Wirbelkörper oder sogar Luxationen.

Im Gegensatz dazu entstehen pathologische Wirbelsäulenverletzungen, wenn eine Grunderkrankung die Stabilität der Wirbelsäule beeinträchtigt und sie anfälliger für Brüche macht. Das passt oft bereits bei minimaler Belastung oder sogar spontan. Die häufigsten Ursachen hierfür sind Osteoporose (Knochenschwund) sowie Tumoren (gut- oder bösartig), die den Knochen schwächen und zu sogenannten pathologischen Frakturen führen können.

Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit von Wirbelsäulenverletzungen, was insbesondere auf die steigende Häufigkeit von Osteoporose zurückzuführen ist. Sport- oder Verkehrsunfälle sind dagegen häufige Ursachen für traumatische Frakturen bei jüngeren Menschen.

Je nach Art und Schwere der Verletzung oder Erkrankung können die Symptome variieren. Sie reichen von akuten, starken Schmerzen an der betroffenen Stelle über neurologische Ausfälle wie Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Lähmungserscheinungen bis hin zu einer eingeschränkten Beweglichkeit. In einigen Fällen kann es auch zu einer sichtbaren Fehlstellung der Wirbelsäule kommen. Eine schnelle und präzise Diagnose ist entscheidend, um Folgeschäden zu vermeiden und die bestmögliche Therapie einzuleiten.

Unser Behandlungsangebot: Maßgeschneiderte Strategien für Ihre Wirbelsäulenstabilität

In der Sektion Wirbelsäulenchirurgie des Evangelischen Krankenhauses Dinslaken bieten wir Ihnen ein umfassendes Spektrum an modernen Behandlungsoptionen für traumatische und pathologische Wirbelsäulenerkrankungen. Unsere Behandlungsstrategie legt Wert auf eine maßgeschneiderte Therapie, die individuell auf Sie abgestimmt wird. Dabei berücksichtigen wir Ihr Alter, den Umfang der Verletzung, den Schweregrad der Erkrankung und Ihren allgemeinen Gesundheitszustand. Unser Ziel ist es stets, die Stabilität Ihrer Wirbelsäule wiederherzustellen und Ihre Lebensqualität zu verbessern, wann immer möglich unter Erhalt der Beweglichkeit.

Unser Behandlungsangebot umfasst unter anderem:

  • Konservative Behandlung: Bei vielen stabilen Frakturen oder milderen Verletzungen kann eine nicht-operative Behandlung ausreichend sein. Dies kann Schmerztherapie, die Ruhigstellung mittels Orthesen oder Korsetts sowie Physiotherapie umfassen, um die Muskulatur zu stärken und die Beweglichkeit zu fördern.
  • Perkutane minimalinvasive Zementaugmentation (Vertebroplastie und Kyphoplastie): Diese minimalinvasiven Verfahren werden eingesetzt, um schmerzhafte Wirbelkörperbrüche, oft verursacht durch Osteoporose oder Tumoren, zu stabilisieren. Dabei wird Knochenzement über kleine Hautschnitte in den gebrochenen Wirbelkörper injiziert. Bei der Kyphoplastie wird zusätzlich ein Ballonkatheter verwendet, um den eingebrochenen Wirbelkörper vor der Zementinjektion aufzurichten.
  • Perkutane minimalinvasive Stabilisierung: Bei instabileren Frakturen, die aber keinen offenen Eingriff erfordern, können wir über kleine Schnitte Schrauben und Stabsysteme einbringen, um die Wirbelsäule zu stabilisieren. Dies reduziert die Schmerzen und fördert eine schnellere Genesung.
  • Minimalinvasiver Wirbelkörperersatz: Bei stark zerstörten Wirbelkörpern, beispielsweise aufgrund von Tumoren oder Trauma, kann ein minimalinvasiver Wirbelkörperersatz erforderlich sein. Dabei wird der geschädigte Wirbelkörper entfernt und durch ein spezieller Implantat ersetzt.
Tumoren der Wirbelsäule

Eine ernste Herausforderung für das Rückgrat

Tumoren der Wirbelsäule sind eine komplexe und oft beängstigende Diagnose. Sie können primär sein, das heißt, sie entstehen direkt in der Wirbelsäule selbst, oder sekundär, wenn es sich um Metastasen handelt, also Absiedlungen von Krebserkrankungen an anderer Stelle im Körper. Sekundäre Tumoren sind weitaus häufiger als primäre Wirbelsäulentumoren.

Während die Risikofaktoren für primäre Tumoren der Wirbelsäule oft unbekannt sind, ist bei Metastasen die Vorgeschichte einer Krebserkrankung entscheidend. Zu den Krebsarten, die häufig in die Wirbelsäule streuen, zählen beispielsweise Brust-, Prostata-, Lungen-, Nieren- und Schilddrüsenkrebs.

Aufgrund der verbesserten Lebenserwartung von Krebspatienten nimmt die Häufigkeit von Wirbelsäulenmetastasen zu. Die Symptome können vielfältig sein und entwickeln sich oft schleichend. Typisch sind Schmerzen, die sich nachts oder in Ruhe verstärken und nicht auf herkömmliche Schmerzmittel ansprechen. Je nach Lage und Größe des Tumors können auch neurologische Ausfälle wie Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Lähmungen in Armen oder Beinen sowie Blasen- und Darmfunktionsstörungen auftreten. Manchmal ist eine spontane Fraktur des Wirbelkörpers (pathologische Fraktur) das erste Anzeichen für einen Tumor. Eine frühe Diagnose ist entscheidend, um die bestmögliche Behandlung zu gewährleisten und neurologische Schäden zu verhindern oder zu minimieren.

Unser Behandlungsangebot: Interdisziplinäre und maßgeschneiderte Therapie bei Wirbelsäulentumoren

In der Sektion Wirbelsäulenchirurgie des Evangelischen Krankenhauses Dinslaken bieten wir Ihnen ein umfassendes Spektrum multimodaler Behandlungsoptionen für Tumoren der Wirbelsäule. Unsere Philosophie basiert auf einer maßgeschneiderten und interdisziplinären Therapie, die in enger Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen erfolgt. Jeder Fall wird in unserem interdisziplinären Tumor-Board besprochen, um die optimale Behandlungsstrategie festzulegen. Dabei berücksichtigen wir stets die Art des Tumors, dessen Umfang, den Schweregrad der Symptome sowie Ihren allgemeinen Gesundheitszustand und beziehen auch palliative Behandlungsoptionen mit ein, um die Lebensqualität zu sichern.

Unser Behandlungsangebot nach interdisziplinärer Tumor-Board-Empfehlung umfasst unter anderem:

  • Transpedikuläre Probeentnahme (Biopsie): Eine minimalinvasive Methode zur Gewinnung von Gewebe aus dem Wirbelkörper für eine genaue histologische Diagnose, die für die weitere Therapieplanung unerlässlich ist.
  • Mikrochirurgische Tumordekompression: Präzise Operationen unter dem Mikroskop zur Entlastung von eingeengten Nerven oder dem Rückenmark, um neurologische Symptome zu lindern und die Funktion zu erhalten.
  • Zementaugmentation (Vertebroplastie/Kyphoplastie): Stabilisierung von gebrochenen oder geschwächten Wirbelkörpern durch Injektion von Knochenzement, oft kombiniert mit einer Aufrichtung des Wirbels, um Schmerzen zu lindern und die Stabilität zu verbessern.
  • Minimalinvasive perkutane Stabilisierung: Einsatz von perkutan (durch die Haut) eingebrachten Schrauben- und Stabsystemen zur Stabilisierung der Wirbelsäule bei Tumorbefall, um die Belastbarkeit wiederherzustellen und Schmerzen zu reduzieren.
  • Komplexe Rekonstruktion über dorsale, ventrale, transthorakale oder retroperitoneale Tumordekompression mit Wirbelkörperersatz und Stabilisierung: Bei ausgedehntem Tumorbefall können aufwändige Operationen notwendig sein, bei denen der betroffene Wirbelkörper oder mehrere Wirbelkörper entfernt und durch Implantate ersetzt werden. Dies kann über verschiedene Zugänge (von hinten, vorne, durch den Brustkorb oder den Bauchraum) erfolgen, gefolgt von einer Stabilisierung der Wirbelsäule.
  • Einbindung in systemische Therapie sowie palliative Therapie: Wir koordinieren die chirurgische Behandlung eng mit onkologischen Therapien wie Chemo-, Strahlen- oder Immuntherapie. Zudem bieten wir umfassende palliative Maßnahmen an, um die Symptomkontrolle und Lebensqualität auch in fortgeschrittenen Krankheitsstadien zu gewährleisten.
Wirbelkörperbrüche

Wirbelkörperfrakturen (Brüche der Wirbelkörper) kommen häufig bei älteren Menschen vor, da die Knochensubstanz mit zunehmendem Alter fragiler wird. Als Folge brechen die Wirbel schon bei geringer Krafteinwirkung. Wirbelkörperbrüche lassen sich in stabile und instabile Frakturen unterteilen. Während sich stabile Wirbelkörperbrüche prinzipiell auch ohne Operation behandeln lassen, ist bei einer instabilen Fraktur ein operativer Eingriff erforderlich. Das gilt auch bei Symptomen wie:

  • andauernden Lähmungserscheinungen
  • Schwäche in den Beinen
  • Störungen der Blasen- und Darmfunktionen
  • Taubheitsgefühle im Intimbereich

Was wir für Sie leisten

Wir bieten das gesamte Spektrum der Wirbelsäulenmedizin und -chirurgie an. Das heißt von der Diagnose bis hin zur operativen, interventionellen und konservativen Therapie vom Kleinkind bis ins hohe Alter. Dazu zählen zum Beispiel Bandscheibenvorfälle der Lenden-, Brust- und Halswirbelsäule, Spinalkanalstenosen (Verengungen des Rückenmarkskanals), Tumore der Wirbelsäule, entzündliche Erkrankungen und Wirbelkörperbrüche. Dabei gilt: so wenig wie möglich, so viel wie nötig. Sind operative Eingriffe nötig, setzen wir auf schonende Verfahren, die minimal-invasiv, aber maximal effektiv sind.

Neben dem operativen Schwerpunkt erfolgt in unserer Klinik die differenzierte konservative Therapie. Wir behandeln Patientinnen und Patienten mit degenerativen und erworbenen Erkrankungen der gesamten Wirbelsäule durch Infiltrationsbehandlung. Dafür bieten wir spezielle Sprechstunden an. Termine dazu vereinbaren sie bitte über das Sekretariat.

Unser Team ist für Sie da

Portrait von Prof. Dr. Michael Zimmermann, Chefarzt der Klinik für Neurchirurgie

Prof. Dr. med. Michael Zimmermann

Chefarzt

Portraitfoto vom Sektionsleiter der Wirbelsäulenchirurgie Hisham Alsingaby Ph. D.

Hisham Alsingaby Ph.D.

Sektionsleiter/Leitender Arzt

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

Portrait von Mohammad Elhalabi, Oberarzt der Klinik für Wirbelsäulenchirurgie

Medical Doctor (Univ. Jor.) Mohammad Elhalabi FEBNS, MHBA

Leitender Oberarzt

Facharzt für Neurochirurgie

Portraitfoto von Moataz Khalil, Oberarzt der Klinik für Neurochirurgie - Schwerpunkt Wirbelsäulenchirurgie

Moataz Khalil

Oberarzt

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

Portraitfoto von Mohamed Taher, Oberarzt der Klinik für Neurochirurgie - Schwerpunkt Wirbelsäulenchirurgie

Mohamed Taher

Oberarzt

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

Neuigkeiten

Beschilderung vor dem Haupteingang des Evangelischen Krankenhauses Dinslaken mit dem Namen des Krankenhauses, dem Logo des Klinikverbundes und dem Namen des Verbunds.

Medizin zum Mitmachen und Verstehen am 22. November 2025

Veranstaltung: Gelenkverschleiß, Knieschmerzen, chronische Rückenschmerzen: Erkrankungen des Bewegungsapparats sind weit verbreitet und schränken die Betroffenen im Alltag oft erheblich ein. Wie moderne orthopädische Behandlungen helfen können und was sich hinter den Kulissen eines Krankenhauses abspielt, zeigt der „Tag der Orthopädie“ im Evangelischen Krankenhaus Dinslaken. Am Samstag, dem 22. November 2025, lädt das Krankenhaus von 13 bis 18 Uhr zu einem spannenden Aktionstag ein.

Blick von schräg unten auf das Gebäude des Evangelische Krankenhaus Dinslaken.

Patientenveranstaltung im Evangelischen Krankenhaus Dinslaken informiert am 23. September über Rückenschmerzen, Therapien und moderne Wirbelsäulenchirurgie

Veranstaltung: Rückenschmerzen zählen zu den häufigsten Gründen für Arztbesuche in Deutschland. Sie können das Leben über Jahre hinweg massiv beeinträchtigen. Umso wichtiger ist eine kompetente und moderne Versorgung, die auf individuelle Bedürfnisse eingeht. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Medizin im Revier“ lädt das Evangelische Krankenhaus Dinslaken am Dienstag, den 23. September 2025, um 17 Uhr zu einer Patientenveranstaltung rund um das Thema Wirbelsäulenerkrankungen ein.

Kontakt Evangelisches Krankenhaus Dinslaken (EKD)

Sekretariat

Melanie Gazza, Katharina Nather

Tel.: 02064 42-56702

Fax: 02064 42-2884

Unsere Sprechstunden

Anmeldung & Terminvergabe nach vorheriger telefonischer Absprache.

Sprechstundenzeiten von 09.00 bis 14.00 Uhr nach Terminvereinbarung.

Für den Termin: Bitte bringen Sie, sofern vorhanden, aktuelle Bilder (MRT, CT, Röntgen) sowie Vorbefunde mit. Das erleichtert uns die Diagnose und vermeidet unnötige Doppeluntersuchungen.