Kindliche Skoliose

Idiopathische Skoliose
Idiopathische Skoliose betrifft ein bis zwei Prozent der Kinder zwi­schen dem 5. Und dem 16. Lebensjahr in Form einer dreidimensio­nalen Achsabweichung der Wirbelsäule. Mädchen sind häufiger betroffen als Jungen. Nach dem 10. Lebensjahr beträgt das Verhältnis erkrankter Mädchen zu Jungen 6 zu 1. Das Ausmaß der Skoliose wird anhand des sogenannte Cobb-Winkels bestimmt, der im Falle einer Skoliose mindestens 10° betragen muss.

Einteilung von Skoliose
Die Einteilung der Skoliose ist abhängig vom Alter des Kindes bei bei Diagnosestellung, da die drei kindlichen bzw. jugendlichen Wachs­tumsschübe, die Risikophasen darstellen.

> Infantile Skoliose: unter 3 Jahre
> Juvenile Skoliose: 3 bis 8 Jahre
> Adoleszente Skoliose: 10 bis 18 Jahre

Behandlung der Skoliose
Wir orientieren uns an den aktuellen Empfehlungen der internationa­len Skoliose-Research Society (SRS). Zunächst erfolgt die Diagnose, dann die Verlaufskontrolle und die Korsettbehandlung. Im letzten Schritt gilt es dann zwischen der dynamischen Korrektur oder der Versteifung zu entscheiden.

Die Entscheidung ist immer individuell. Eine operative Therapie ist erst ratsam, wenn eine Verkrümmung mehr als 30° aufweist, eine nachweisbare Verschlechterung auftritt oder die Verkrümmung bereits mehr als 45° beträgt.

Die Operation
Das Operationsverfahren hängt von mehreren Faktoren ab:

> Alter des Kindes
> subjektive Beschwerden und Begleitererkrankungen des Kindes
> Art und Flexibilität der Verkrümmung
> Ausprägung der Deformität

Klassische Skoliosekorrektur
Ziel der Operation ist die Korrektur der Verkrümmung und der Rota­tion der Wirbelsäule, soweit es die anatomischen Besonderheiten der verkrümmten Wirbelsäule zulassen. Durch die Operation wird eine Versteifung der Wirbelsäule in Korrekturstellung angestrebt. Wie oben erwähnt führt auch eine nicht operierte, skoliotische Deformierung der Wirbelsäule zu einer Versteifung und damit zu einer Einschränkung der Beweglichkeit. Durch die Operation wird die Versteifung der Wirbelsäule vorgezogen und geschieht in best­möglicher Korrektur. Eine Korsettbehandlung im Anschluss ist nicht nötig.

Dynamische Skoliosekorrektur
Bei dieser Technik werden die Wirbel, wie bei der Versteifung mit Schrauben besetzt. Diese dann jedoch mit einem speziellen Seil (geflochtener medizinischer Kunststoff) miteinander verbunden. Die Kurve korrigiert sich dann im Verlauf durch das natürliche Wachstum der Wirbelsäule. Ein Vorteil dieser Methode ist die weniger invasive Operationstechnik. Dadurch sind Schmerzen in der Regel geringer als nach der klassischen Versteifung und die Beweglichkeit bleibt erhalten.

Nach der Operation
Nach beiden Operationsverfahren ist der Rücken des Kindes direkt wieder voll belastbar. Durch optimale Schmerztherapie sowie sofortigen physiotherapeutischen Anwendungen, erfolgt die rasche Mobilisation. Der stationäre Aufenthalt dauert in der Regel 5 bis 8 Tage und darf nach ca. 3 bis 4 Wochen wieder zur Schule gehen. Wir planen daher die Operation nach Möglichkeit in den Tagen vor den Schulferien. Nach zwölf Wochen ist die Wirbelsäule gut verheilt. Das Kind darf dann wieder an Schul- und Vereinssport teilnehmen. Allerdings sollten Kontaktsportar­ten und extreme körperliche Belastungen für eineinhalb Jahre vermieden werden.