
Im Gegensatz zur direkten computertomographisch oder sonographisch gesteuerten Leberpunktion bei fokalen Leberprozessen, ist die transvenöse Leberbiopsie zur Diagnostik diffuser Leberprozesse (Tab. 1) unter bestimmten Umständen angezeigt.
Allgemeine Indikationen zur Leberblindpunktion
Der perkutane Zugang hat Risiken, die sich bei einem transvenösen Zugang vermeiden lassen (Tab. 2). Erhebliche Risikofaktoren für eine perkutane Biopsietechnik sind im Wesentlichen nicht oder nur schlecht korrigierbare Blutgerinnungsstörungen und große Aszitesmengen.
Indikationen zur Wahl eines transvenösen Zugangs bei der Leberpunktion
- Schlecht korrigierbare Gerrinnungsstörungen
- Ausgeprägter Aszites
- Simultane Durchführung anderer transvenöser hepatischer Untersuchungen (z.B. TIPS, Cholangiographie, u.a. )
- Langzeitantikoagulation
- Massive Fettleibigkeit (=Adipositas permagna)
- Kleine zirrhotische (=Schrumpf) Leber
- Darminterposition bei Chilaiditi-Syndrom
- Mißlungene perkutane Biopsie
- Peliosis hepatis
- Hypervaskularisierte Raumforderung
Technik
Die transvenöse Leberbiopsie erfolgt meist von einer Drosselvene (=transjugulär) und seltener von einer Leistenvene (=transfemoral) mit unterschiedlichen Techniken. Folgende Methoden stehen zur Verfügung:




ERGEBNISSE
Die transvenöse Leberbiopsie ist ein zwar relativ aufwendiges aber auch effektives (Rate adäquater Biopsien im Mittel 92%) und mit einer gemittelten Komplikationsrate um 10% relativ sicheres Verfahren zur histologischen Abklärung terminaler Lebererkrankungen bei Patienten mit Kontraindikationen gegen eine perkutanen Leberpunktion. Ihre Treffsicherheit liegt zwar gering unter der der perkutanen Punktionstechniken, zeichnet sich aber gerade bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf durch eine relativ niedrige Komplikationsrate aus.