Professor Dr. med. Dr. h.c. Wilhelm Sandmann ist ein weltweit anerkannter Spezialist auf dem Gebiet der Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen des Gefäßsystems.

Nach dem Wehrdienst studierte er von 1962-1968 an den Universitäten Münster und Kiel, begann seine Ausbildung zum Chirurgen an den Städtischen Krankenanstalten in Itzehoe, wo er bereits in einer Spezialabteilung für angiologische Erkrankungen frühzeitig Erfahrungen am Gefäßsystem sammeln konnte.

 

Nach einer Promotionsarbeit, welche zur Vermeidung schädlicher Kontrastmittel die Strömungskontrolle nach Bypassoperation am Bein in den Vordergrund stellte, erfolgte ein Forschungsaufenthalt an der Universität Paris (Centre d’Etudes des Techniques Chirurgicales Hopital Broussais) und nachfolgend die Habilitation mit einer Arbeit nach Ultraschall-Strömungsmessungen an der Hauptschlagader des Hundes.

 

In den Jahren 1977-1997 erfolgten Auslandaufenthalte in Belgien, Spanien, Frankreich, USA, Japan und Australien.

 

1979 wurde Prof. Sandmann zum Leiter der Sektion Gefäßchirurgie an der Chirurgischen Universitätsklinik Düsseldorf ernannt, gründete hier die Klinik für Gefäßchirurgie und Nierentransplantation, deren Direktor er von 1984-2009 war. Er gründete zusammen mit 7 anderen Kollegen 1984 die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie, 1987 die Europäische Gesellschaft für Gefäßchirurgie, deren Vorstandsmitglied er 5 Jahre war, und erhielt zahlreiche Ehrenmitgliedschaften ausländischer Gesellschaften (des Royal Australasian College of Surgeons 2000; Amerikanische Society for Vascular Surgery 2002; Schweizerische und Österreichische Gesellschaften für Gefäßchirurgie etc.).

 

Im Jahr 2002 wurde ihm die Ehrendoktorwürde durch die Universität Athen verliehen. Nach seiner Wahl zum Vorstand der Gefäßchirurgischen Klinik der Universität Wien 1993, bemühte sich das Land NRW um die Einrichtung eines Lehrstuhls für Gefäßchirurgie an der Universität Düsseldorf, welchen Sandmann bis zu seiner Emeritierung im August 2009 innehatte.

 

Anschließend baute er vom 01.09.2009-30.06.20012 am Katholischen St. Bernhard Hospital in Kamp-Lintfort aus dem Nichts eine Klinik für Gefäßchirurgie auf. Seit dem 01.07.2012 baut er nunmehr mit einem jungen Team eine Abteilung für Gefäßchirurgie an der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie am Niederrheinklinikum mit Standort Evangelisches Krankenhaus Duisburg Nord / Fahrn auf.

 

Behandlungsschwerpunkte:

Prof. Sandmann hat die Entwicklung der Gefäßchirurgie über 40 Jahre mit gestaltet. Er hat zahlreiche Rekonstruktionsmethoden zur Wiederherstellung der Arterien (Schlagader) und Venen (Blutadern) einschließlich der großen Körperschlagader und der tiefen Hohlvenen mit entwickelt und gestaltet. Das Behandlungsspektrum reichte von Kopf bis Fuß, das heißt von der Wiederherstellung der hirnversorgenden Halsarterien (Arteria carotis, Arteria vertebralis), über die im Brustkorb befindlichen Aortenbogenarterien, die im Brustkorb absteigende Hauptschlagader sowie sämtliche Erkrankungen des Schlagadersystems von der großen Körperschlagader bis zu den Vorfußbereichen.

 

Die Wiederherstellung der Arterien, welche die Bauchorgane versorgen und eingeengt oder verschlossen oder aber krankhaft erweitert sind, ist ebenso seine Spezialität wie Bypass-Operationen zu den Unterschenkel-, Knöchel- und Fußarterien bei Patienten mit ausgedehnter arterieller Verschlusserkrankung mit oder ohne Diabetes.

 

Seine besondere Spezialität sind unter anderem: Wiederherstellung der großen Körperschlagader, der Organ- und Becken- sowie Extremitätenarterien nach fehlgeschlagener Ballonangioplastie und Stent / Stent-Protheseneinbringung, Behandlung von Komplikationen nach vorausgegangenen Gefäßoperationen, Beseitigung anatomischer Anomalien und Konstruktion eines normalen Gefäßsystems bei Kindern, Kleinstkindern und Jugendlichen, Wiederherstellung des tiefen Venensystems bei akuten und chronischen Thrombosezuständen, Wiederherstellung des venösen Gefäßsystems bei chronischen Geschwüren im Knöchelbereich, und insbesondere Wiederherstellung der Strombahn bei krankhaften Ausweitungen (Aneurysma) der Körperhauptschlagader im Brust-Bauch- und Brust- sowie gleichzeitig Bauchbereich (thorakales-, abdominales-, thorakoabdominales Aortenaneurysma). Im Bereich der Nierenarterien hat Prof. Sandmann insofern eine spezielle Expertise, als zu seinem Verantwortungsbereich der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf auch die Durchführung der Nierentransplantation gehörte und er vielen Patienten eine Transplantation ermöglicht hat, nachdem zuvor entweder die Empfänger-Strombahn (Beckenarterien) oder aber auch die Strombahn der zu transplantierenden Niere selbst zunächst rekonstruiert wurde, bevor das Organ angeschlossen werden konnte.

2500 Nierentransplantationen, davon 300 Lebendspende-Transplantationen sind während seiner Verantwortung an der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf von ihm selbst und seinem Team durchgeführt worden.

 

Prof. Sandmann hielt und hält noch zahlreiche Vorträge im In- und Ausland zu verschiedenen Themen der Gefäßdiagnostik und gefäßchirurgischen (wiederherstellenden) operativen Therapie. Von ihm wurde eine kosmetisch besonders schonende Operation zur Wiederherstellung der hirnversorgenden Halsschlagadern zur Vermeidung von Schlaganfall bzw. Re-Schlaganfall entwickelt, Methoden zur Wiederherstellung der Brust- und Körperhauptschlagader ohne Einsatz der Herz-Lungen-Maschine wurden von ihm entwickelt, und zur Wiederherstellung des tiefen Venensystems verpflanzt er klappentragende Venensegmente aus anderen Regionen des Körpers im Becken- und / oder Beinbereich. Ein wesentliches Anliegen ist die Vermeidung von Einbringung von Kunststoffmaterialien in Schultergürtel-, Becken-, Arm- und Beinbereich, da Kunststoffprothesen im Bereich der Extremitäten meistens nur eine sehr begrenzte Lebensdauer aufweisen, da an den Anschlussstellen sehr häufig Einengungen und Verschlüsse auftreten. Die Wiederherstellung und Benutzung von körpereigenem Gefäßmaterial ist ihm ein ganz besonderes Anliegen, weil dadurch auch Infektionen von Kunststoffmaterial vermieden werden können.

 

Prof. Sandmann hat über 300 Zeitschriftenbeiträge geschrieben, an zahlreichen Büchern durch Kapitel mitgewirkt und 3 Gefäßchirurgische Bücher herausgegeben, bzw. mit herausgegeben. Das letzte Buch beschäftigt sich mit Gefäßerkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Auf diesem Gebiet verfügt er über eine weltweit anerkannte Reputation.

 

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