
Eine weitere Möglichkeit, ein Gefäßlumen offen zu halten, bietet der Einsatz von Gefäßendoprothesen (Stents). Diese Gefäßstützen sind einige Milligramm schwere Drahtgitterhülsen, die von innen das Gefäßlumen korsettartig offen halten. In der Regel handelt es sich um Metallgeflechte, die über Kathetersysteme unter Röntgenkontrolle in das Gefäßsystem eingebracht werden (Abb. 1).

Werden diese Metallgeflechte zusätzlich z.B. mit Dacron beschichtet (Abb. 2), so lassen sich auch Gefäßaussackungen, Gefäßundichtigkeiten oder Kurzschlüsse beheben (Abb. 3).



Das Einsatzgebiet von Stents hat sich in den letzten Jahren von den peripheren Arterien auf die Herzkranzgefäße ausgeweitet. Daher ist die Zahl der jährlich eingesetzten Stents drastisch angestiegen. Ein Problem ist, daß Stents bei der Einheilung selber eine Einengung des Blutflusses (= Restenose) verursachen können. Ursächlich ist die sogenannte "Neointimahyperplasie", die, vereinfacht ausgedrückt, die Narbenbildung der Gefäßwand auf das durch die Stentimplantation zugefügte Gefäßwandverletzung darstellt (Abb. 4).

Bei Einbringen von Stents im Becken muß beispielsweise in 30-40% mit erneuten Flußbehinderungen im Stent innerhalb von 5 Jahren gerechnet werden.Bisherige Versuche, die Restenose durch systemische medikamentöse Therapie zu vermindern, haben klinisch bisher überwiegend keine oder widersprüchliche Ergebnisse erbracht.
In den letzten Jahren wurden zahlreiche Verfahren zur lokalen Gabe von Wirkstoffen entwickelt. Eine relativ einfache Möglichkeit, einen Wirkstoff lokal in die Gefäßwand zu bringen, stellen mikroperforierte (gelochte) Katheter dar. Die Menge des verabreichten Wirkstoffs und die Dauer des Wirkstoffverbleibs am Zielort ist unzureichend kontrollierbar.
Alternativ kann der Wirkstoff über lokal gebundene kleine oder kleinste Teilchen, direkt vom Stent abgegeben werden. Unklar ist noch, ob die gezielte Freisetzung einer Wirkstoffkombination über einen festgelegten Zeitraum ohne Ne-benwirkungen zu realisieren ist.
Einen gänzlich anderen Ansatz, der sich bereits in der Phase der klinischen Erprobung befindet, stellen radioaktive Stents oder radioaktive katheterbasierte Systeme dar. Die Herstellung radioaktiver Stents ist aber noch gebunden an aufwendige, weltweit nur in wenigen Zentren verfügbare großtechnische Anlagen (Teilchenbeschleuniger). Ferner stellen radioaktive Implantate besondere Ansprüche an Handhabung und Lagerung.